Vegetationsverlauf 2019

Nach einem insgesamt sehr trockenen Jahr 2018 brachte der Januar dringend notwendige, ergiebige Niederschläge. Die Monate Februar und März verzeichneten zahlreiche Sonnenstunden, die Niederschläge blieben hingegen hinter den Erwartungen.

Richtig sommerlich wurde es dann ab Ostern, was zu einem schnellen, vollständigen Austrieb führte. So waren die Weinberge innerhalb weniger Tage grün. Zu diesem Zeitpunkt lag der Vegetationsentwicklung etwa eine Woche vor dem langjährigen Mittel. Ende April stagnierte dann die Rebenentwicklung aufgrund einer kühlen Witterungsphase. Am ersten Maiwochenende fielen die Temperaturen sogar bis zu -2°C, was in einzelnen Lagen im Jagsttal Frostschäden verursachte. Dieser Kälteeinbruch führte im gesamte Einzugsgebiet zu einer Verlangsamung der Rebenentwicklung. Nachdem die Eisheiligen vorüber waren, konnten dann endgültig die Frostruten abgeschnitten bzw. bei den durch Frost geschädigten Anlagen die Frostruten noch hingebogen werden. Durch die überdurchschnittlich hohen Niederschläge und die sommerlichen Temperaturen ab Mitte Mai, gab es in den Weinbergen nochmal einen Wachstumsschub, was dazu führte, dass die Laubwände Anfang Juni schon bis zum obersten Draht gewachsen waren. Um den 10. Juni begann die Blüte. Insgesamt verlief die Blüte recht gut, nur bei einzelnen Sorten kam es zu Verrieselungen. Im Juni sorgten lokale Gewitter für unterschiedliche Regenmengen in den verschiedenen Weinanbauorten in Hohenlohe. Mit insgesamt 11 heißen Tagen schaffte der Juni wieder einen neuen Hitzerekord. Bei weiterhin sommerlichen Temperaturen erreichen die meisten Sorten das Stadium Traubenschluss bereits Mitte Juli. Die Hitzetage vom 22. bis 27. Juli um die 40°C waren für Menschen, Tiere und Pflanzen eine starke Belastung. Je nach Hangneigung, Ausrichtung der Rebzeilen und Rebsorten kam es teilweise zu extremen Sonnenbrandschäden. Besonders stark geschädigt wurden die Trauben des Trollingers. Wieder angenehme Temperaturen im August boten gute Wachstumsbedingungen, sodass sich die Trauben gleichmäßig und gesund entwickeln konnten. Bei weiterhin herrlichem Wetter Anfang September schritt die Reife zügig voran. Teilweise gab es an sonnigen Tagen Mostgewichtzunahmen von über zwei Grad Oechsle. Dies führte zu einem relativ frühen Herbstbeginn in diesem Jahr.